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Warum barrierefrei?

Was bedeutet barriefreies Webdesign und wem nutzt es?

Barrierefreies Webdesign bedeutet, eine Internetseite so zu gestalten, dass möglichst jeder sie nutzen kann, unabhängig von technischen oder körperlichen Einschränkungen.

Eine externer Link Studie von Microsoft und Forrester Research, Inc. aus dem Jahr 2004 gibt an, dass ca. 60% aller Berufstätigen von barrierefreier Informationstechnik profitieren könnten. Dazu gehören Menschen mit Beeinträchtigungen der Sehfähigkeit, Menschen mit Schwierigkeiten bei der Feinmotorik oder auch kognitiven Einschränkungen.

Der Anteil an älteren Internetnutzern nimmt immer weiter zu und Einschränkungen treten mit Zunahme des Alters vermehrt auf. Diese Benutzergruppe profitiert also erheblich von barrierefreien und übersichtlichen Internetseiten.

Und nicht zuletzt hat auch der Anbieter einer Internetseite einen großen Nutzen von der barrierefreien Programmierung: neben einer Zielgruppenmaximierung kann er durch den schlankeren Quellcode bessere Suchmaschinenplatzierungen und ein höheres Page-Ranking erreichen, die Ladezeiten verringern sich und in der Regel schont die Erstellung und Aktualisierung eines barrierefreien Internetauftritts den Geldbeutel.

gesetzlich geregelt durch die BITV

Die Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung (BITV) trat 2002 in Kraft und regelt die wesentlichen Kriterien und Hinweise für barrierefreie Internetseiten. Sie bezieht sich auf §11 BGG (Behindertengleichstellungsgesetz) über barrierefreie Informationstechnologie.

In einer Anlage zur BITV sind alle Anforderungen für ein barrierefreies Webdesign aufgeführt. Sie basieren grundsätzlich auf den Zugänglichkeitsrichtlinien für Webinhalte (Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 1.0) des W3C und sind in drei Prioritätsstufen geregelt. Die nächste Generation der WCAG (2.0) wurde im April 2006 veröffentlicht und zur Überprüfung durch die Fachöffentlichkeit freigegeben.

Seit dem 31.12.2005 sind alle Träger öffentlicher Gewalt (Bundesverwaltungen) verpflichtet, ihre Internetseiten barrierefrei zu gestalten.

Woran erkennt man eine barrierefreie Internetseite?

Auf den ersten Blick: gar nicht. Barrieren, die nicht da sind, fallen eben nicht auf. Webdesigner haben noch immer unzählige Möglichkeiten für originelle und individuelle Designs, sie müssen dabei allerdings einige Punkte beachten.

An dieser Stelle seien beispielhaft nur einige Anforderungen aufgeführt, detaillierte Ausführungen der BIT-Verordnung finden Sie unten in den weiterführenden Links:

  • Trennung von Inhalt und Layout
    Inhalte müssen auch ohne css-stylesheet lesbar sein, Tabellen werden nur noch zur Strukturierung von Daten und nicht mehr als Gestaltungsmittel verwendet.
  • Bereitstellung eines Text-Äquivalents für Nicht-Text-Elemente
    Bilder, Image-Maps, Symbole oder Multimedia-Elemente müssen alternativ mit Texten gekennzeichnet werden.
  • Sinnvolle Strukturierung der Inhalte
    Absätze, Überschriften und Listen müssen im Quellcode ausgewiesen werden.
  • Kennzeichnung eines Wechsels der natürlichen Sprache
    Damit Screenreader Inhalte sinnvoll vorlesen können, müssen sie einen Hinweis bekommen, wenn innerhalb eines Textes die Sprache gewechselt wird.
  • Tabu sind: neue Fenster für externe Links, Bildschirmflackern, kleine Schriften, die sich nicht vergrößern lassen und ein fehlender Kontrast zwischen Vorder- und Hintergrundfarbe.
  • Wichtig sind: barrierefrei aufbereitete Formulare oder Datentabellen, "sprechende", d. h. aussagekräftige Links, Sitemaps oder Suchfunktionen und ein valider Code nach W3C.

interessante Links und Literaturtipps

externer Link www.bik-online.info
Barrierefrei informieren und kommunizieren, ein Projekt des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales

externer Link www.einfach-fuer-alle.de -
eine Initiative der Aktion Mensch

externer Link www.barrierefreies-webdesign.de
ein Internetprojekt des Buchautors Jan Eric Hellbusch
("Barrierefreies Webdesign" - Praxishandbuch für Webgestaltung und grafische Programmoberflächen, dpunkt.verlag, 1. Auflage 2005)


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